UpdraftCentral: Entwendete Schlüssel gefährden verbundene Shops
Angreifer nutzen UpdraftCentral-Schlüssel für Schadplugins; betroffene Shops benötigen ein UpdraftPlus-Update und eine Sicherheitsprüfung.

TeamUpdraft hat am 19. Oktober 2026 Sicherheitsupdates für UpdraftPlus veröffentlicht, die ältere UpdraftCentral-Verbindungen trennen. Hintergrund sind Angriffe mit entwendeten Verbindungsschlüsseln: Darüber wurden schädliche Plugins auf verbundenen WordPress-Seiten installiert. Betroffen sein können auch WooCommerce-Shops, die den cloudbasierten Verwaltungsdienst UpdraftCentral nutzen. Betreiber müssen solche Verbindungen entfernen, UpdraftPlus aktualisieren und ihre Seiten auf Manipulationen untersuchen.
TeamUpdraft meldete einen unbefugten Zugriff auf teamupdraft.com am 17. und 18. Oktober 2026. Nach Einschätzung des Unternehmens wurde die Kundendatenbank eingesehen, die auch Verbindungsschlüssel enthielt. Diese Schlüssel bestätigen Fernsteuerungsbefehle als vertrauenswürdig. Deshalb konnten Angriffe selbst auf Installationen mit einem früheren Sicherheitsupdate erfolgreich sein.
Nicht jede UpdraftPlus-Installation ist betroffen: Ohne lokal hinterlegten UpdraftCentral-Schlüssel nimmt das Plugin keine entsprechenden Befehle an. Selbst betriebene UpdraftCentral-Installationen waren laut TeamUpdraft von diesem Vorfall nicht betroffen. Für Nutzer der kostenlosen UpdraftPlus-Ausgabe ohne teamupdraft.com-Konto besteht laut Hersteller kein Handlungsbedarf wegen dieses Vorfalls.
Verbindungen entfernen und Seiten untersuchen
Die Prüfung erfolgt direkt im WordPress-Backend, nicht über UpdraftCentral. Unter Einstellungen, UpdraftPlus, Erweiterte Werkzeuge und UpdraftCentral lassen sich vorhandene Schlüssel prüfen und löschen. Das Entfernen einer Website allein im Cloud-Dashboard reicht nicht. Eine Verbindung kann auch bestehen, wenn Betreiber die Fernverwaltung nicht bewusst eingerichtet haben.
Die am 19. Oktober 2026 veröffentlichten Versionen UpdraftPlus 1.26.12 für Free und 2.26.12 für Premium entfernen ältere Verbindungen automatisch. Ein Update auf diese oder spätere Versionen beseitigt jedoch keine bereits installierte Schadsoftware. Betroffene Seiten benötigen zusätzlich eine Prüfung von Dateien, Benutzerkonten und Protokollen; die Plugin- und Benutzerlisten im Backend allein reichen dafür nicht aus.
Kontoinhaber sollten ihr TeamUpdraft-Passwort ändern, wiederverwendete Passwörter ersetzen und die Zwei-Faktor-Authentifizierung zurücksetzen. Wordfence stellte am 19. Oktober 2026 auch für Free-Nutzer eine zusätzliche Firewall-Regel bereit. Sie lässt sich manuell abrufen, blockiert auf betroffenen Versionen allerdings auch legitime UpdraftCentral-Befehle. Gewöhnliche Backups bleiben davon unberührt.
Was das für Ihren Shop bedeutet
Wenn Sie Buchungen, Abos, B2B-Preise oder eine Warenwirtschaftsanbindung betreiben, prüfen Sie auch bei diesen Shops, ob eine UpdraftCentral-Cloud-Verbindung bestand. Entfernen Sie betroffene Schlüssel, aktualisieren Sie UpdraftPlus direkt im jeweiligen WordPress-Backend und lassen Sie mögliche Manipulationen untersuchen. Bei einem bestätigten Einbruch müssen Sie nach der Bereinigung auch Zugangsdaten und API-Schlüssel erneuern, auf die der kompromittierte Shop zugreifen konnte, einschließlich zugänglicher Schnittstellen-Zugangsdaten. Verbinden Sie den Shop erst nach abgeschlossener Prüfung und erforderlicher Bereinigung erneut mit UpdraftCentral.